Bettwanzen bekämpfen

Wenn sich der Verdacht auf einen Bettwanzenbefall bestätigt hat, beginnt die zweite Phase: Bettwanzen bekämpfen. Wer sich als Laie überhaupt nicht auskennt, wenig Zeit für eine ausführlichen Recherche und Durchführung empfohlener Bekämpfungsmethoden hat, sowie finanziell auf sicheren Beinen steht, sollte defintiv darüber nachdenken einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu kontaktieren.

Denn die Bettwanzenbekämpfung ist sehr arbeitsintensiv und viele Komponenten müssen beachtet werden, damit alle „befallenen“ Räume bzw. Gegenstände berücksichtigt werden und damit eine weitere Verbreitung der Bettwanzen verhindert werden kann. Ein Profi, der sich mit diesen widerspenstigen Insekten auskennt, wird das Problem effektiver und schneller lösen können als ein Laie. Die Entscheidung liegt jedoch bei jedem selbst.

 

Bettwanzen bekämpfen – Überblick der Methoden & Mittel

Um effektiv Bettwanzen bekämpfen zu können, werden unterschiedlichen Methoden und Mittel eingesetzt. Dabei gibt es nicht die „Wunderlösung“ für das Bettwanzenproblem, sondern vor allem die Anwendung einer Kombination der unterschiedlichen Mittel gegen Bettwanzen kann zum nachhaltigen Erfolg führen.

Die eingesetzten Methoden und Mittel gegen Bettwanzen werden in der folgenden Tabelle grob zusammengefasst. Sie gliedert sich in die drei Haupthandlungsbereiche gegen die widerspenstigen Plagegeister. Sie erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll vielmehr als Übersicht dazu dienen, was prinzipiell gegen Bettwanzen unternommen bzw. eingesetzt werden kann.

Rechtlicher Hinweis für den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln (insbesondere Insektizide / Pestizide): Biozide vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformation lesen.

Bettwanzen erkennen Bettwanzen bekämpfen Bettwanzen vorbeugen

 

Einen ausführlichen Vergleich der verfügbaren Mittel gegen Bettwanzen mit Beschreibung, Vor- und Nachteilen, sowie weiterführenden Links zu empfohlenen Bettwanzenprodukten findet ihr hier:

zum Vergleich

 

Bettwanzen bekämpfen – Schritt für Schritt

Nun zum aufwendigen Teil: Falls ihr also glaubt, dass Bettwanzen durch Gepäck, gebrauchte Gegenstände oder einen anderen Grund den Weg in die eigenen 4 Wände geschafft haben sollten, dann könnt ihr über folgendes Schritt für Schritt Vorgehen zum Bettwanzen bekämpfen nachdenken. Welche Mittel ihr letztendlich einsetzen wollt und könnt, hängt von euch ab. Behaltet aber im Hinterkopf, dass Bettwanzen sehr widerspenstige kleine Insekten sind und dass sie sich durch unüberlegtes Verhalten weiter verbreiten könnten.

1. Bettwanzen erkennen

Als erstes solltet ihr definitiv sicher sein, dass es sich tatsächlich um Bettwanzen handelt. Woran ihr einen möglichen Bettwanzenbefall erkennen könnt, das habe ich bereits in einem anderen Artikel beschrieben. Viele Menschen, die einmal in Kontakt mit Bettwanzen gekommen sind, wollen unbedingt vermeiden, Bettwanzen mit in die eigene Wohnung zu verschleppen. Wenn es euch da ähnlich geht wie mir, dann versteht ihr bestimmt, dass man da schnell etwas paranoid werden kann. Schließlich ist es auch möglich, dass ihr die Reaktion eures Körpers auf die Bettwanzenbisse aus einer Reise erst ein paar Tage später zu sehen bekommt. Wenn ihr glücklich seid, habt ihr die lebenden Bettwanzen also nicht mitgebracht.

>> Artikel: Bettwanzen erkennen

2. Analyse Bettwanzenproblem

Bettwanzen bekämpfen

Bettwanzen bekämpfen: Ein Profi in voller Montur – Foto: 123RF Stockfoto

Falls sich der Verdacht bestätigt, ist es sinnvoll sich über mögliche Ursachen und Ausmaß des Bettwanzenproblems Gedanken zu machen. Du solltest dir auch überlegen, welche Mittel gegen Bettwanzen du verfügbar hast, welche Mittel du dir evtl. kaufen möchtest, oder ob du besser gleich einen Profi zum Bettwanzen Bekämpfen zur Hilfe holst.

  • Wann hat es angefangen?
  • Wer wird alles gebissen? Wie viele Bisse?
  • Welche Räume könnten betroffen sein?
  • Was könnte die Ursache sein?
  • Welche Möglichkeiten der Bettwanzenbekämpfung habe ich?
  • Sollte ich vielleicht einen professionellen Schädlingsbekämpfer einsetzen?

3. Aufräumen

Je weniger Versteckmöglichkeiten Bettwanzen haben, desto besser. Daher erst einmal richtig klar Schiff machen, bevor zur Tat geschritten wird. Es erleichtert das weitere Vorgehen. Die Chancen sind gar nicht so schlecht, dass es sich die Bettwanzen vorerst „nur“ in und um dein Bett gemütlich gemacht haben. Zumindest wenn der Befall noch nicht allzu weit fortgeschritten ist. Außerdem könnt ihr so besser beobachten, wohin sie kriechen, falls ihr ihnen beim Bettwanzen Bekämpfen die Chance zum Fliehen geben solltet. Beim Aufräumprozess aber keine unbehandelten Sachen einfach in andere Zimmer räumen. Das kann zu einer weiteren Verbreitung der Bettwanzen führen, falls sich doch irgendwo ein paar Bettwanzen oder Bettwanzeneier verstecken sollten.

4. Staubsaugen

Vorsichtig aber gründlich das betroffene Zimmer mit einem Staubsauger in allen Ecken und Kanten absaugen. Ihr solltet das komplette Bettgestell samt allen Ritzen sowie die Matratze behandeln. Ein Schlitzschraubendreher hilft beim Überprüfen der Ritzen. Da Gründlichkeit der Schlüssel zum Erfolg ist, solltet ihr auch sämtliche Möbel entleeren und nach Bettwanzen absuchen. Außerdem ist es ratsam, die Möbel zu verrücken, um auch die Rückseite sowie die Wand dahinter nach Bettwanzenspuren abzusuchen. Wichtig: Am Ende der gesamten Behandlung den Staubsaugerbeutel in einem extra Plastikbeutel gut verpackt entsorgen (ohne Loch). Ansonsten könnten sie wieder den Weg in die Freiheit finden.

>> mögliche Verstecke von Bettwanzen

5. Kleidung waschen

Stoßt ihr beim Aufräumen und Saugen eures Kleiderschranks auf Bettwanzen, könnt ihr eure Kleidung bei mindestens 50°C waschen und ggf. danach zusätzlich in den Wäschetrockner stecken. Verstaut eure Kleidung bis Ende der Behandlung eures Zimmers an einem anderen Ort wie in einem Aufbewahrungssystem aus Plastik-Boxen oder in großen Müllsäcken, welche ihr am besten luftdicht verschließt.

6. Nicht-waschbare Gegenstände behandeln

Das gestaltet sich schon etwas schwieriger. Eine Möglichkeit ist es, die Gegenstände einzeln von Bettwanzen und Bettwanzeneiern zu befreien. Dazu eignen sich in Abhängigkeit zum Gegenstand unterschiedliche Mittel wie dem Staubsauger, Dampf, Kieselgur, No-Pest Strips, ein spezielles Anti-Bettwanzen/Anti-Insektenspray oder andere. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Sachen luftdicht in einem großen Plastikbeutel zu packen und in die Sonne zu legen. Mit einem Funkthermometer könnt ihr die Temperatur überwachen, die zum Töten der Bettwanzen über längere Zeit mehr als 50°C betragen sollte, womit das vor allem eine Methode für heiße Sommermonate darstellt. Es ist auch möglich, dieses Prinzip (Wärme >50°C) mit anderen Mitteln nachzuahmen. Denn es können auch in einem in der Sonne stehenden Auto, einem Gewächshaus, einer Sauna, einer Infrarotlichtkabine usw. entsprechende Temperaturen erreicht werden. Die Hitze und ggf. entstehende Feuchtigkeit ist allerdings nicht für alle Gegenstände verträglich und es wichtig, dass die Hitze auch wirklich bis in die Tiefe vordringt.

7. Behandlung mit Dampf

Falls vorhanden eignet sich ein Dampfreiniger zur Behandlung von Teppichen, Matratzen und Ähnlichem um Bettwanzen aller Entwicklungsstufen – die Bettwanzeneier eingeschlossen – effektiv zu töten. Der Dampf sollte mindestens eine Temperatur von 65°C haben. Dabei solltet ihr hierbei auch wieder beachten, dass nicht alle Materialien mit Dampf behandelt werden können. Außerdem hinterlässt der Dampf Feuchtigkeit, was zur Bildung von Schimmel beitragen könnte. Behandelte Materialien wie Matratzen, Teppiche und Vorhänge also trocknen lassen und das Zimmer gut lüften.

8. Matratzenbezug anbringen

Bettwanzen verstecken sich gern an und auch in der Matratze und ein Bettwanzenschutzbezug verhindert genau dies. Daher bietet es sich an, nach der Behandlung der Matratze diese mit einem Bettwanzenschutzbezug zu versehen.

9. Bett weg von der Wand rücken

Wenn es möglich ist, das Bett weg von der Wand rücken. Damit verringert ihr den Zugangsweg der Bettwanzen über die Wand zu euch – wichtig in Kombination mit dem nächsten Schritt.

10. Bettwanzenbarrieren anbringen

Wenn dein Bett ein Bettgestell hat, dann kannst du die Beine mit Vaseline oder doppelseitigen Klebeband ausrüsten. Bettwanzen können dadurch nicht an den Bettbeinen auf das Bett krabbeln. Da die Bettwanzen daran kleben bleiben, kann diese Methode auch zum Beobachten des Bettwanzenproblems über einige Wochen hinweg genutzt werden. Allerdings muss sowohl die Vaseline als auch das Klebeband regelmäßig erneuert werden.

Nachdem diese Vorbereitungen für das Bett getroffen worden sind, ist es auch wichtig, in dem Bett zu schlafen. Falls bis jetzt nur das Schlafzimmer betroffen sein sollte und du zum Schlafen in ein anderes Zimmer gehst, kann das die Bettwanzen in die anderen Zimmer locken.

11. Kieselgur für Löcher, Ritzen und andere Öffnungen

Kieselgur ist ein umweltverträgliches Mittel gegen Bettwanzen, welches als Pulver in mögliche Verstecke und an typischen Wegen der Bettwanzen verteilt werden kann. Dazu zählen Löcher und Ritzen in der Wand, Bereiche hinter der Teppichkante, Ritzen an den Seiten von Steckdosen und andere Bereiche, die Zugang zu Hohlräumen in der Wand ermöglichen. Die feinen und mikroskopisch scharfen Schalenbruchstücke der Kieselgur beschädigen den Chitinpanzer der Bettwanzen und bewirken, dass sie austrocknen. Kieselgur ist für Mensch und Haustier ungefährlich, es sollte aber nicht eingeatmet werden (bestenfalls einen Mundschutz verwenden).

12. Regelmäßige Kontrolle

Selbst wenn ein professioneller Schädlingsbekämpfer auf das Problem angestellt worden ist, so wird ein Bettwanzenbefall selten in einer Behandlung gelöst. Daher ist es wichtig, das betroffene Zimmer über einen längeren Zeitraum auf Anzeichen von lebenden Bettwanzen zu kontrollieren und einige der Behandlungsschritte zu wiederholen.

13. Bettwanzen vorbeugen

Das ist natürlich leichter gesagt als getan, aber es gibt ein paar Möglichkeiten, die die Wahrscheinlichkeit verringern können, dass Bettwanzen überhaupt in die eigene Wohnung gelangen. Dieser Schritt könnte folglich auch an erster Stelle stehen.

>> Artikel Bettwanzen vorbeugen